500 Kilometer mit dem EBERflitzer

Kennengelernt haben wir den EBERflitzer auf einer großen Messe für Klimaschutz und Energiewende in München. Die Idee eines Auto-Ersatzes für die vielen kurzen Fahrten, die alleine zurückgelegt werden, gefiel uns sofort. Schnell war die Entscheidung gefällt, einen solchen Flitzer für alle Interessierten im Landkreis anzuschaffen und ihn für Testfahrten zur Verfügung zu stellen. Als Werbeträger sollte er uns außerdem zu Veranstaltungen und Messen begleiten und für entsprechende Aufmerksamkeit sorgen. Denn ein echter Hingucker ist er ja.

Wo der EBERflitzer nun da war haben wir ihn natürlich auch selbst für diverse Fahrten genutzt und konnten feststellen: für viele Zwecke war er ein durchaus ein passabler Ersatz für ein sonst zum Einsatz gekommenes Auto. Wir freuen uns natürlich sehr, dass zwei Carsharing-Vereine und viele andere gleich Interesse an einer Stationierung zu Testzwecken in der jeweiligen Gemeinde angemeldet haben. Denn genau dafür haben wir ihn ja angeschafft. Aber als wir den Flitzer dann für sechs Monate an den Carsharing-Verein Anzing übergeben haben, war auch ein bisschen Wehmut mit dabei.

Vor der Übergabe konnten wir den Flitzer selbst schon für 500 Kilometer "erfahren". Die erste Amtshandlung nach Montieren des Versicherungskennzeichens war die Dämpfung des Piepers, der die Rückwärtsfahrt durch einen unangenehm lauten Ton begleitet. Damit wurde das Einparken entspannter. Elektrische Fensterheber, Zentralverriegelung, Radio und die Rückfahrkamera machen schon was her, auch wenn die Rückfahrkamera für ein Fahrzeug dieser übersichtlichen Größe eigentlich nicht erforderlich ist.

Eine der ersten Fragen, wenn es um Elektrofahrzeuge geht, können wir nun gut beantworten: die Reichweite betrug im Februar bei tiefen Temperaturen ca. 50 Kilometer. Das lässt für den Sommer auf noch höhere Reichweiten hoffen. Der Carsharing-Verein Anzing wird berichten. Der Batteriezustandsanzeige sollte man nicht ganz über den Weg trauen. Ein niedriger Ladezustand kündigte sich eher dadurch an, dass die Endgeschwindigkeit nur noch im Bereich 35 km/h lag. Bei dieser gedrosselten Geschwindigkeit schaffte der Flitzer dann noch einige Kilometer. Die Gefahr, kalt erwischt zu werden und liegen zu bleiben ist also gering. Ein Aufladen über Nacht an einer normalen Haushalts-Steckdose machte den Flitzer dann wieder munter. Es ist ratsam, stets das absolvierte Fahrpensum etwas im Blick zu halten. Leider hat der Flitzer keinen Tageskilometerzähler, den man selbst auf Null stellen kann. Jede Fahrt beginnt leider von Neuem mit dem Kilometerstand Null.

Das Fahren zu zweit erfordert etwas Gelenkigkeit des Beifahrers beim Einstieg. Beim Schließen der Türe muß der Beifahrer sein Knie etwas einziehen. Hat man dies geschafft, ist das Platzangebot für Beifahrer bis zu einer Größe von ca. 1,70 m aber durchaus ausreichend. Wenn dann der Fahrersitz ganz nach vorne geschoben ist, um dem Beifahrer möglichst viel Platz zu bieten ist der Sicherheitsgurt unter Spannung und läßt sich nicht mehr ausziehen. Ergo: vorher daran denken, den Sicherheitsgurt des Fahrersitzes etwas herauszuziehen. Auch zwei Bierkästen lassen sich auf den Beifahrersitz mühelos einladen und transportieren – wenn das mal kein Kaufargument ist?

Zur Umweltfreundlichkeit: eine vollumfängliche Ökobilanz inklusive Herstellung und Entsorgung liegt uns natürlich nicht vor. Dem Fahrzeug kommt aber sicherlich zu Gute, dass es mit herkömmlichen Blei-Gel-Akkus betrieben wird. Somit erübrigen sich die Diskussionen um die aufwendige und umweltschädliche Gewinnung von Lithium, Kobalt und Mangan. Der Stromverbrauch für den Betrieb dürfte nach unseren Schätzungen (mangels Bordcomputer) im Bereich 6-7 kWh/100 km liegen und ist damit knapp halb so groß wie der Verbrauch eines normalen Elektroautos. Die Verarbeitung läßt natürlich ein paar Wünsche offen, „Made in China“ läßt grüßen. Aber das akzeptiert man angesichts des wesentlich günstigeren Preises im Vergleich zum Renault Twizy sicherlich gerne.

Nach 500 Kilometern EBERflitzer können wir ein Fazit ziehen: ideal für die kleinen Fahrten in der Stadt und auf den typischen ländlichen Nebenstrecken mit wenig Verkehr. Vielbefahrene Straßen, auf denen mit 100 km/h gefahren wird, sollte man meiden. Den Komfort eines Autos hat man natürlich nicht, aber man bleibt bei jedem Wetter trocken. Für die kurzen Fahrten im Winter lässt man besser seine Jacke, Mütze und Handschuhe an. Dann ist es auch kein Problem, wenn die Heizung bestenfalls lauwarme Luft in die Fahrgastzelle befördert.

Der EBERflitzer hat nicht den Anspruch das Auto in Sachen Geschwindigkeit, Reichweite, Komfort und Platz zu ersetzen. Das kann die wesentlich umweltfreundlichere Alternative nicht bieten. Wir verbinden mit dem EBERflitzer Fahrspaß, ein bisschen Pioniersgeist, einen sehr geringen Ressourcenverbrauch und eine kurze Parkplatzsuche. Er ist damit in unseren Augen in Verbindung mit einer Carsharing-Mitgliedschaft ein toller Ersatz für den eigenen PKW und ansonsten eine gute Ergänzung zum Auto.

  

  

Unsere weiteren Angebote für Sie

Unsere Produkte und Dienstleistungen rund um erneuerbare Energien, Ökostrom, Solaranlagen und E-Mobilität haben den Anspruch, unkompliziert und preiswert echte Veränderungen voranzubringen.